Praxishilfen

Schutzmaßnahmen gegen Gefährdungen durch Schweißrauche

1 Allgemeines
2 Technische Raumlüftung und Absaugung
3 Persönliche Schutzmaßnahmen


1 Allgemeines

Beim Schweißen wird eine Vielzahl unterschiedlicher Gase, Rauche und Stäube freigesetzt, welche die Gesundheit der Beschäftigten gefährden und mit der Atemluft in die Lunge gelangen können. Um die Gesundheitsgefährdung des Schweißers oder der Schweißerin zu minimieren, sind ausreichende technische, organisatorische und in bestimmten Situationen auch persönliche Schutzmaßnahmen erforderlich.


2 Technische Raumlüftung und Absaugung

Eine der am häufigsten verwendeten technischen Schutzmaßnahmen ist die "technische Raumlüftung" und die "Absaugung".

Absaugung beim Schweißen

Geht von dem ausgeführten Schweißverfahren und der Werkstoffkombination eine geringe bis mittlere Gefährdung aus, ist mindestens eine "technische Raumlüftung" notwendig, um die Konzentration der entstehenden Schadstoffe unter den jeweiligen höchstzulässigen Grenzwert zu minimieren. Bei einer Verfahrens-/Werkstoffkombination; bei der eine sehr hohe Gefährdung durch Schadstoffe entsteht, reicht die "technische Raumlüftung" in der Regel nicht aus. Hier ist zusätzlich zur technischen Raumlüftung eine Absaugung im Entstehungsbereich (Schweißarbeitsplatz) notwendig und zweckmäßig. Hingegen kann bei einer niedrigen Gefährdung in manchen Fällen eine freie Lüftung (ohne technische Hilfsmittel) ausreichend sein.

Es gibt darüber hinaus noch eine besondere Art der Absaugung. Diese ist direkt mit am Brenner integriert, so dass die entstehenden Schadstoffe direkt an der Entstehungsstelle abgesaugt werden. Dies wird z. B. eingesetzt, wenn Schweißarbeiten auf engem Raum ohne Möglichkeit einer anderen effizienten Absaugung oder Belüftungsmöglichkeit durchgeführt werden müssen.

Eine weitere technische Schutzmaßnahme ist der Einsatz des richtigen Schweißverfahrens in Abhängigkeit des zu bearbeitenden Werkstoffes. So wird z. B. bei der Bearbeitung von hochlegierten Stählen, das Metall-Aktiv-Gasschweißen (MAG) anstelle von Lichtbogenhandschweißen mit umhüllten Stabelektroden eingesetzt. Hierbei bilden sich z. B. keine Krebs erzeugenden Chromverbindungen.


3 Persönliche Schutzmaßnahmen

Ist aus bestimmten Gründen in besonderen Situationen, wie bereits erwähnt "Schweißen auf engem Raum" erforderlich und eine technische Schutzmaßnahme nicht umsetzbar, dann sind persönliche Schutzmaßnahmen anzuwenden. Hierzu dient ein tragbares Atemschutzgerät. Darüber wird der oder die Beschäftigte ständig mit Frischluft versorgt. Der Einsatz von Atemschutzgeräten ist erst dann zulässig, wenn eine Absaugung im Ausnahmefall nicht möglich oder nicht ausreichend ist.

Medizinische Untersuchung

Zusätzlich ist für Beschäftigte, die Schweißarbeiten ausführen, eine arbeitsmedizinische Vorsorge „Schweißrauche“ analog dem Grundsatz 39 vorzusehen. Ziel arbeitsmedizinischer Vorsorge ist es, arbeitsbedingte Erkrankungen einschließlich Berufskrankheiten frühzeitig zu erkennen und die Gesundheit und Beschäftigungsfähigkeit des Personals zu erhalten.





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